DER LIFESTYLE BLOG MessageINFO@HOLZBODEN-TRAUMBODEN24.de
Holzterrasse selber bauen – Die 10 häufigsten Fehler

Holzterrasse selber bauen – Die 10 häufigsten Fehler

Sie darf in so gut wie keinem Garten fehlen: Die Holzterrasse. Der Klassiker gehört seit Jahrzehnten ganz einfach dazu. Noch eine Spur wohler fühlt man sich in seiner neuen Wohlfühloase, wenn man sich der Montage allein gestellt hat. Einmal eine Holzterrasse selber bauen, diesen Traum wollen sich viele handwerklich ambitionierte Gartenbesitzer gerne erfüllen. Aber Vorsicht: Auf dem Weg zur Traumterrasse lauern viele Fehlerquellen.
Wir präsentieren Ihnen in diesem Artikel die zehn typischen Fehler bei der Montage einer Holzterrasse. Wir zeigen dabei nicht nur, welche Auswirkungen sie auf die fertige Terrasse hätten, sondern geben Ihnen natürlich auch Tipps dazu, wie Sie sich am einfachsten vermeiden lassen.

1. Falsches Holz

Holz ist nicht gleich Holz. Unterschiedliche Arten weisen unterschiedliche Eigenschaften auf. Dass manche davon gegen die Verwendung als Terrassenholz sprechen, liegt auf der Hand. Um im Dickicht der unzähligen Holzarten den Überblick bewahren, können sich Kunden an den sogenannten Dauerhaftigkeitsklassen orientieren. Die geben Auskunft über die Haltbarkeit von unbehandeltem Holz.

Das Problem: Wer beim Holzeinkauf spart oder auf die falsche Holzart setzt, bekommt vergleichsweise früh Probleme mit seiner Terrasse. Das Holz wird morsch, die schadhaften Elemente müssen ausgetauscht werden. Das geht nicht nur ins Geld, sondern belastet auch die Nerven.

Unser Rat: Sparen Sie nicht an der falschen Stelle! Besorgen Sie sich für den Terrassenbau immer nur hoch qualitatives Holz aus den Dauerhaftigkeitsklassen 1 (Thermoesche, Cumaru, Massaranduba, Ipe) und 2 (Eiche, Thermoesche, Bangkirai, Garapa). Bei Klasse-1-Hölzern beträgt die Haltbarkeit um die 25 Jahre, bei jenen aus Klasse 2 immerhin noch 15 bis 20 Jahre.

2. Ungenaue Planung, schlechte Vorbereitung

Sich einen genauen Ablaufplan der Terrassenkonstruktion zurechtzulegen, ist ein besonders wichtiger Punkt. Aber eben auch ein Punkt, an dem viele Fehler passieren können.

Verschnitt bei der Länge vergessen

Die Holzterrassendielen werden ab Werk nur grob auf die gewünschte Länge gekappt. Den Feinschnitt müssen Sie selbst durchführen. Damit die Bretter auf jeden Fall lang genug sind, um sie an die Gegebenheiten vor Ort anzupassen, müssen Sie bei der Kalkulation der Materiallänge bzw. der schlussendlichen Bestellung unbedingt 15 Zentimeter auf die eigentlich benötigte Länge drauflegen.

Zu wenig Material bestellt

Um den tatsächlichen Materialbedarf abzudecken, reicht es nicht aus, die bei der Berechnung herausgekommene Menge zu bestellen. In der Realität ist immer mit Verschnitt zu rechnen. Alleine durch die Nach- bzw. Aussortierung erhaltener Dielen entsteht ein erhöhter Materialbedarf. (Bretter mit kleineren Schönheitsfehlern müssen Sie übrigens nicht aussortieren, die lassen sich durch Abschleifen wieder auf Vordermann bringen.) Um den anfallenden Verschnitt aufzufangen, müssen Sie die errechnete Materialmenge bei der Bestellung nochmals um 10 % erhöhen. Zur Berechnung des Materialbedarfs haben wir übrigens ebenfalls einen ausführlichen Blog Beitrag geschrieben.

Terrassendielen als Zaunbretter Zweck-entfremdet

Terrassendielen haben gegenüber Zaunbrettern nur eine Sichtseite. Die Rückseite ist nach der Montage ohnehin nicht mehr zu sehen und weist in aller Regel größere Holz- und Hobelfehler auf. Zaunelemente haben im Vergleich dazu Minimum zwei Sichtseiten und sind erheblich teurer. Wer also Terrassendielen Zweck-entfremden möchte, wird feststellen, dass die Rückseite der Dielen dazu nicht geeignet ist.

Kontakt mit Eisen

Manche Holzarten reagieren stark auf den Kontakt mit Metall. Auch Zementstaub und eisenhaltigen Rasendünger sollten Sie von Ihrer Terrasse fernhalten. Selbiges gilt für Metallspäne, die sich etwa bei Flexarbeiten lösen. Verwenden Sie deshalb immer nur rostfreie Edelstahlschrauben.

3. Keine Unterlüftung

Damit Ihre Holzterrasse auch wirklich die maximale Haltbarkeit erreicht, ist es unbedingt notwendig, für eine gute Unterlüftung der gesamten Konstruktion zu sorgen. Viele Heimwerker vergessen aber genau diese Belüftung, wenn sie eine Holzterrasse selber bauen.

Das Problem: Durch die fehlende Lüftung bildet sich früher oder später Staunässe. Und die greift wiederum das Holz an, die Bretter können sich verziehen und die Haltbarkeit sinkt drastisch. Durch das starke Arbeiten des Holzes können auch die Schrauben in Mitleidenschaft gezogen werden. Nicht selten brechen sie sogar ab.

Unser Rat: Bringen Sie an den Rändern der Holzterrasse ein Belüftungsprofil an und erhöhen Sie die Aufbauhöhe, wenn nötig, mit Stelzlagern. Achten Sie darauf, dass zwischen der Terrasse und umgebenden Fix-Elementen wie Wänden oder Säulen ein Abstand von mindestens 2 Zentimetern frei bleibt. Präparieren Sie den Untergrund so, dass Regenwasser wirklich gut abfließen kann und sorgen Sie für ein ausreichendes Gefälle.

4. Das erforderliche Ausrichten von Massivholz vernachlässigt

Da Massivholz immer mit einem gewissen Verzug einhergeht, muss es bei der Verlegung auch immer ausgerichtet werden. Im Fall von Hartholz ist dabei handwerkliches Geschick und ein hohes Maß an Kraft erforderlich. Bei Weichholz hingegen genügt bereits ein leichter Händedruck.

Den Verzug des Unterbaus ausgleichen

Leider ist es bei der Montage einer Holzterrasse nicht damit getan, den Unterbau direkt auf das Erdreich zu legen. Auch die Unterkonstruktion muss ausgerichtet werden. Ein wichtiger Punkt, der bei der Planung einer Holzterrasse viel zu häufig vergessen wird. Machen Sie diesen Fehler also nicht und konstruieren Sie den Unterbau Ihrer Terrasse in Rahmenbauweise. Dadurch, dass so alle vier Seiten geschlossen sind, kann der Verzug einzelner Dielen ausgeglichen werden. Eventuell sind auch weitere Hilfslatten erforderlich, die dafür sorgen, dass alle Elemente zum Schluss gerade sind.
Noch einfacher können Sie Verzug übrigens mit einer Kreuzlattung ausgleichen. Diese Lösung bringt jedoch auch einen Nachteil mit sich: Materialbedarf und Aufbauhöhe sind sehr hoch. Eine Aluminium Unterkonstruktion ist hier klar im Vorteil, da sie keinen nennenswerten Verzug aufweist.

Den Verzug der Decklage ausgleichen

Während bei einer Decklage aus Weichholz ein leichter Druck bereits ausreicht, ist bei Hartholz Terrassendielen viel Kraft erforderlich. So benötigen Sie neben handwerklichem Geschick unbedingt auch das richtige Werkzeug.

Unser Rat: Möchten Sie Ihre Holzterrasse mit einem Hartholz bestücken, sollten Sie unbedingt geeignetes Werkzeug zur Hand haben. Zum Ausrichten können wir Ihnen den Brettrich Kaiman pro von Spax ans Herz legen.

5. Unterkonstruktion direkt auf dem Boden

Die Unterkonstruktion ist ein enorm wichtiger Bestandteil der Holzterrasse. Sie trägt die Decklage und schützt sie vor aufsteigender Feuchtigkeit. Aber wer schützt die UK vor der Feuchtigkeit? Und ist das überhaupt nötig?

Das Problem: Um die letzte Frage zu beantworten: Ja, der Schutz des Unterbaus vor Feuchtigkeit ist unbedingt notwendig. Deshalb raten wir dringend davon ab, die Profile direkt auf dem Untergrund zu platzieren. Dabei ist es unerheblich, ob die Balken auf einem Bett aus Schotter und Split liegen, oder noch schlimmer, direkt auf dem Erdreich. In beiden Fällen leidet das Material unter der Feuchtigkeit und nimmt Schaden. Als Terrassenbesitzer sehen Sie sich deshalb schon früh mit Ausbesserungsarbeiten konfrontiert.

Unser Rat: Niemals die Unterkonstruktionsbalken direkt auf dem Untergrund platzieren! Bringen Sie Steinplatten aus und stellen Sie die Unterkonstruktion zusätzlich auf Terrassenpads aus Gummi. Noch besser ist es, wenn Sie auf höhenverstellbare Drehfüße aus Kunststoff setzen.

6. Unterkonstruktion – Weichholz zu Weichholz, Hartholz zu Hartholz

Eine Terrasse besteht aus zwei großen Teilbereichen: Decklage und Unterkonstruktion. In beiden Fällen steht eine separate Materialwahl an. Die Versuchung ist groß, bei der Unterkonstruktion zu minderwertigerem Holz zu greifen. Schließlich sieht man das Tragegerüst der Decklage später ohnehin nicht. Wir warnen aber ausdrücklich davor, unterschiedliche Holzarten für Decklage und Unterbau zu verwenden.

Das Problem: Unterschiedliche Holzarten haben unterschiedliche Haltbarkeitszeiten. Während also die Decklage grundsätzlich noch in Ordnung ist, könnte es bei der Unterkonstruktion schon zu Problemen kommen. Sind die UK-Probleme gelöst, könnte sich schon bald der Zustand der Decklage verschlechtern. Verschiedene Holzarten bedeuten einen erheblichen finanziellen und organisatorischen Mehraufwand.

Unser Rat: Wählen Sie für die Decklage und die Unterkonstruktion immer dieselbe Holzkategorie. Es gilt folgende Faustregel: Hartholz zu Hartholz und Weichholz zu Weichholz. Es muss also nicht zwingend das exakt selbe Holz sein, solange die grundsätzliche Kategorie gleich ist. Übrigens: Aluminium ist eine ideale Alternative für die Unterkonstruktion in Kombination mit einer Hartholz Decklage. Das Material verzieht sich nicht, verrottet nicht, hat keine Probleme mit Feuchtigkeit, ist leicht und zudem einfach zu bearbeiten.

7. Zu großer Abstand zwischen Unterkonstruktions-Profilen

Die Unterkonstruktion ist sozusagen das Tragegerüst für die Decklage. Wurde bei der Montage des Unterbaus geschlampt, hat das gravierende Auswirkungen auf die Stabilität und Langlebigkeit der gesamten Terrasse. Ein häufiger Fehler den Heimwerker begehen, wenn Sie eine Holzterrasse selber bauen: Sie lassen zwischen den einzelnen Unterkonstruktions-Profilen zu viel Abstand.

Das Problem: Die Holzdielen der Decklage werden auf den Profilen der Unterkonstruktion verschraubt/fixiert. Dazwischen hängen sie quasi frei in der Luft. Wenn nun also jemand genau in diesen Zwischenraum tritt, belastet das die Bretter besonders stark. Üblicherweise kommen diese damit aber ganz gut zurecht. Solange die Abstände nicht zu groß sind. Ist dies doch der Fall, biegen sich die Dielen durch und nehmen unweigerlich Schaden. Die entstehenden Senken sind zwar auf den ersten Blick nicht zu sehen, dennoch sammelt sich in ihnen vermehrt Regenwasser. Die Decklage wird also nicht nur durch das Gewicht beim Drübergehen beschädigt, sondern auch durch die Staunässe.

Unser Rat: Achten Sie unbedingt darauf, dass der Abstand zwischen den Unterbauprofilen nicht zu groß ist. Im Falle von Holzterrassen liegt der Maximalwert bei 50 Zentimetern. (Bei WPC Terrassen beträgt er sogar nur 40 Zentimeter.) Wer bei der Montage der Unterkonstruktion auf diesen Abstand achtet, der wird lange Freude an seiner Holzterrasse haben.

8. Keine vorgebohrten Löcher

Um die Dielen auf der Unterkonstruktion zu befestigen, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Die sichtbare Verschraubung und die unsichtbare Clip-Variante. Während Zweitere eher für glatte Hartholzdielen infrage kommt, fahren Sie bei Weichholzdielen mit der ersten besser. Dabei lauern allerdings Gefahren. Viele zukünftige Terrassenbesitzer vergessen nämlich darauf, die Löcher für die Schrauben vorzubohren, wenn Sie eine Holzterrasse selber bauen.

Das Problem: Wer seine Holzdielen mittels Schrauben auf dem Unterbau befestigt, ohne die dafür notwendigen Löcher vorzubohren, der riskiert, dass das Holz splittert bzw. reißt. Zudem besteht die Gefahr, dass die Schrauben abreißen bzw. die Verbindung zwischen Decklage und Unterkonstruktion nicht stark genug ist.

Unser Rat: Bohren Sie immer die notwendigen Montagelöcher vor! Belassen Sie es allerdings nicht dabei, sondern senken Sie die vorgebohrten Löcher zusätzlich noch nach. Das heißt: Entfernen Sie Rückstände vom Bohren und eventuell abstehende Späne, bevor Sie die Schraube versenken. Achten Sie außerdem darauf, dass der Schraubenkopf bündig mit der Oberfläche der Decklage abschließt! Wird er tief in der Diele versenkt, entsteht eine Vertiefung, in der sich Wasser sammelt.

9. Zu geringer Abstand zwischen den Terrassendielen

Holz arbeitet, das ist bekannt. Der Naturwerkstoff reagiert auf Veränderungen in seiner Umgebung. Schwanken Temperatur und Luftfeuchtigkeit, dehnt sich Holz aus und zieht sich anschließend wieder zusammen. Eine der urtypischen Charaktereigenschaften. Wer seine Holzterrasse selber bauen will, muss sich dessen immer bewusst sein.

Das Problem: Hat Holz zu wenig Platz um sich auszudehnen, wölbt es sich auf und nimmt Schaden. Neben der dadurch entstehenden Aufwölbung ist ein weiteres Problem, dass durch aneinanderstoßende Dielen kein Wasser mehr ablaufen kann. Es entsteht Staunässe.

Unser Rat: Der Abstand zwischen den einzelnen Holzterrassendielen darf niemals unter folgenden Werten liegen:

    • Hartholz: 4 Millimeter
    • Weichholz: 7 Millimeter

Kleiner Tipp: Abstandshalter helfen bei der Montage.

10. Zu viel Öl bei Oberflächenbehandlung

Wer seine Holzterrasse selber bauen will, der ist nach der erfolgreichen Montage noch nicht ganz fertig. Eine Terrasse befindet sich üblicherweise unter freiem Himmel oder zumindest im Außenbereich eines Hauses. Dort bekommt sie es mit Regen, Wind und Sonneneinstrahlung zu tun. Alle drei hinterlassen unweigerlich Spuren auf der Terrassenoberfläche. Die Farbe verbleicht, das Holz wird spröde, es kommt zur Splitterbildung. Im Extremfall werden die Dielen so stark in Mitleidenschaft gezogen, dass sie ausgetauscht werden müssen. Um das Holz bestmöglich vor dem Einfluss der Natur zu schützen, ist es unbedingt notwendig, direkt nach der Montage Pflegeöl aufzutragen. Dieses bewahrt nicht nur die Farbe des Holzes, sondern schützt das Material vor Schmutz und Feuchtigkeit.

Das Problem: Mehr Pflegeöl bedeutet nicht automatisch mehr Schutz. Viel hilft viel? Stimmt im Fall von Holzterrassen nur bedingt. Wird bei der Oberflächenbehandlung zu viel Öl eingesetzt, bilden sich klebrige Stellen, an denen nicht nur Schmutz besonders gut haftet. Durch das unterschiedlich stark aufgetragene Pflegepräparat bilden sich auch unterschiedliche Farbtöne heraus. Eine zu dicke Ölschicht ist außerdem besonders anfällig, wenn es um die Sichtbarkeit von Kratzern geht.

Unser Rat: Setzen Sie das Pflegeöl nur sparsam ein! Halten Sie sich stets an die Angaben des Herstellers. Der weiß am besten, wie sein Produkt eingesetzt werden sollte. Haben Sie es mit der Oberflächenbehandlung bereits ein wenig übertrieben? Lassen Sie das aufgetragene Öl 10 bis 20 Minuten einwirken, eventuelle Rückstände lassen sich dann mit einem Bauwolltuch wieder entfernen.

Fazit: Diese Fehler müssen Sie beim Holzterrassenbau vermeiden

Wer eine Holzterrasse selber bauen möchte, der muss bereits im Vorhinein eine große Menge an möglichen Fehlerquellen ausschalten. Besorgen Sie das richtige Holz, sorgen Sie für die nötige Unterlüftung und achten Sie darauf, dass die Unterkonstruktion nicht direkt auf dem Untergrund liegt. Verwenden Sie zudem für die Decklage und den Unterbau dieselbe Holzart (oder greifen Sie für Zweiteres auf Aluminium zurück). Der Abstand zwischen den einzelnen Unterbauprofilen darf nicht zu groß, jener zwischen den Holzterrassendielen nicht zu klein sein. Vergessen Sie nicht darauf, Löcher für Fixierungsschrauben vorzubohren und verwenden Sie bei der Oberflächenbehandlung nicht zu viel Öl!

Wer diese neun Ratschläge beherzigt, der wird gut das anstehende Projekt kommen und ohne große Probleme seine Holzterrasse selber bauen können.