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Dielenboden abschleifen und renovieren

Dielenboden abschleifen und renovieren

Die Zeit hinterlässt überall ihre Spuren – in unseren Gesichtern genauso wie auf Holzböden. Falten und Kratzer haben viel gemeinsam: Hinter beiden stecken Erfahrungen, Erlebnisse und Geschichten, die der Person oder dem Boden noch mehr individuellen Charakter verleihen. Für viele gehören sie deshalb zum Leben mit dazu und dürfen ruhig sichtbar sein. Manch andere ziehen dagegen eine glatte Haut oder einen makellosen Fußboden vor. Während Facelifting durchaus für Diskussionsstoff sorgt, ist die Renovierung eines Dielenbodens moralisch absolut vertretbar und wird vom Fachmann sogar empfohlen. Außerdem wäre es nicht schlau, auf den größten Vorteil von Parkett und Massivholzdielen im Vergleich zu Bodenbelägen wie Teppich oder Laminat zu verzichten: Dielenböden können komplett abgeschliffen und neu endbehandelt werden. Die Oberfläche erstrahlt danach in neuem Glanz.
Die Renovierung von Dielenböden ist eine tolle Sache und steht im Einklang mit einer nachhaltigen Bau- und Lebensweise. Es gibt jedoch einige Punkte, auf die Sie achten müssen. Welche das genau sind, wie Sie sich am besten auf das Projekt vorbereiten und was finanziell auf Sie zukommt, erklären wir Ihnen im folgenden Beitrag.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Werkzeuge, Arbeitshilfen und Materialien
  2. Dielenboden abschleifen: Planung und Vorbereitung
  3. Schritt 1: Der Grobschliff
  4. Schritt 2: Der Zwischenschliff
  5. Schritt 3: Der Feinschliff
  6. Schritt 4: Die Oberflächenbehandlung
  7. Welche Probleme gibt es beim Abschleifen von Dielenböden?
    7.1 Gelbe Flecken und alter Lack
    7.2 Gegenüber der Türe beginnen
    7.3 Wichtig: Zwischenschliff!
  8. Fazit Dielenboden abschleifen – Fachbetrieb beauftragen oder selbst aktiv werden?

1. Werkzeuge, Arbeitshilfen und Materialien

Einen Dielenboden schleift man nicht von jetzt auf gleich ab. Es handelt sich um eine etwas größere Modernisierungsmaßnahme, die entsprechend viel Vorbereitungszeit erfordert. Machen Sie sich eine Liste, welche Werkzeuge und Materialien Sie für die Renovierung der Dielen oder des Parketts benötigen. Vergessen Sie dabei nicht, dass Sie ja auch eine neue Oberflächenbehandlung auftragen müssen. Sie brauchen:

Werkzeuge und Arbeitshilfen

    • persönliche Schutzausrüstung (Brille, Handschuhe, Maske, Überschuhe, Gehörschutz)
    • Boden- und Eckschleifmaschine
    • Schleifpapier
    • Besen und Staubsauger
    • feuchter und fusselfreier Lappen
    • kleine Pinsel und Auftragsrolle mit Teleskopstange

Materialien

    • Grundierung
    • Lack oder Öl
    • Fugenkitt/-füller

2. Dielenboden abschleifen: Planung und Vorbereitung

Da Sie bei einer Fußbodenrenovierung den gesamten Holzboden abschleifen, kommen Sie nicht umhin, sämtliche Möbel auszuräumen sowie Teppiche, Vorhänge und Sockelleisten zu entfernen. Das Abschleifen ist eine sehr staubige Angelegenheit, decken Sie Einrichtungsgegenstände, die sich nicht heraustragen lassen, deshalb gut ab. Sobald der Raum komplett leer ist, erfolgt erst einmal eine sorgfältige Reinigung des Bodens mithilfe von Besen oder Staubsauger. Und danach kann es losgehen.

3. Schritt 1: Der Grobschliff

Zuerst wird die alte Oberflächenbehandlung samt etwaiger Verschmutzungen entfernt. Dafür nehmen Sie die Schleifmaschine zur Hand und statten diese mit einem Schleifpapier mit geringer Körnung aus. In der Regel kommt für diesen Arbeitsschritt Schleifpapier mit der Kennziffer 40 zum Einsatz. Beachten Sie:

    • Geschliffen wird immer quer zur Holzmaserung.
    • Die Bedienung einer Schleifmaschine muss gelernt sein. Bei falschem Umgang entstehen durch das Dielenboden abschleifen schnell Unebenheiten auf der Oberfläche.
    • Der Staubbeutel muss regelmäßig ausgeleert werden.

Wer diese Punkte berücksichtigt, wird am Ende mit einem einwandfreien Grobschliff belohnt. Bevor es nun weitergeht, muss der Boden einmal gründlich abgesaugt werden.

4. Schritt 2: Der Zwischenschliff

Die Ausgangslage ist nun ein Dielenboden mit einer groben Oberfläche. Diese eignet sich so noch nicht für einen neuen Auftrag mit Öl oder Lack. Sie greifen erneut zur Schleifmaschine, nehmen aber jetzt ein großkörnigeres Schleifpapier mit der Kennziffer 60. Nun erfolgen mehrere Zwischenschliffe. Wie viele genau, hängt davon ab, wie stark der Dielenboden beschädigt ist und wie viele Spuren der Grobschliff hinterlassen hat. Beachten Sie:

    • Geschliffen wird immer quer zur Holzmaserung.
    • Für schwer zugängliche Stellen, etwa Ecken oder unter Heizkörpern, greifen Sie am besten zu einer kleineren Schleifmaschine oder schleifen manuell mit der Hand.

Nach getaner Arbeit muss der Dielenboden erneut gründlich mit dem Staubsauger von Schmutz und Staub befreit werden.

5. Schritt 3: Der Feinschliff

Sie haben es bald geschafft. Als nächstes steht der Feinschliff auf dem Programm. Dabei wird die Oberfläche mit einem Schleifpapier mit einer Körnung von 120 geglättet. Bevor Sie die Schleifmaschine zur Hand nehmen, sollten Sie kleinere Schäden mit Holzkitt (Mix aus Schleifstaub und Kitt) ausbessern. Alternativ können Sie ein Reparatur-Set speziell für Holzböden kaufen. Feinschliff erledigt? Dann wird nun noch einmal ganz gründlich gereinigt, bevor die neue Oberfläche an der Reihe ist.

6. Schritt 4: Die Oberflächenbehandlung

Nun kommt der letzte Arbeitsschritt: das Auftragen der Endbehandlung. Entweder nehmen Sie dafür Lack oder Öl. Während das Öl in die Holzporen eindringt und das Material weiter atmen lässt, versiegt Lack die Holzoberfläche und bildet einen festen Schutzfilm. Geölte Dielenböden haben einen positiven Einfluss auf das Raumklima, lackierte Dielen sind dagegen besser gegen Feuchtigkeit und Verschmutzungen geschützt. Wofür entscheiden Sie sich?

Oberflächenbehandlung mit Lack

Vor der ersten Lackschicht müssen Sie eine Grundierung auf den frisch geschliffenen Dielenboden auftragen. Nachdem der Lackauftrag getrocknet ist, bereiten Sie mit einem Anschliff den nächsten vor. Diesen lassen Sie ebenfalls gut trocknen. Bei Bedarf können Sie den Holzboden auch noch mit einer dritten Lackschicht versehen. So oder so muss die Oberflächenbehandlung komplett trocken sein, bevor Sie die Möbel wieder in den Raum stellen, die Sockelleisten erneut anbringen und Teppiche auslegen. Da können schon mal bis zu 14 Tage ins Land ziehen. Planen Sie für die Trocknung bitte nicht zu wenig Zeit ein.

Oberflächenbehandlung mit Öl

Öl erfordert auch mehrere Durchgänge, bildet aber trotzdem keine geschlossene Schicht auf der Holzoberfläche und lässt den Naturwerkstoff deshalb weiter atmen. Wer sich bei geölten Dielen eine Versiegelung wünscht, sollte die Oberfläche mit einem Wachs abschließen. Je nachdem, wie stark der Dielenboden frequentiert wird, reduziert sich die Schutzfunktion des Öls und der Boden muss nachgeölt werden. Das sollte mindestens alle drei Jahre der Fall sein. Im Gegensatz zu einer lackierten Oberfläche können geölte Dielenböden im Falle einer Beschädigung partiell abgeschliffen und ausgebessert werden.

Klingt alles gar nicht schwer? Oder doch deutlich komplizierter als erwartet? Wenn Sie sich nicht sicher sind, legen Sie das Projekt besser in professionelle Hände. Eine Renovierung soll letzten Endes zum Werterhaltung des Bodens beitragen und ist keine passende Gelegenheit, um die Grenzen des eigenen handwerklichen Geschicks auszutesten. Denn falsches Abschleifen führt zu nachhaltigen Beschädigungen. Ein Profi weiß dagegen, was zu tun ist. Lassen Sie sich vor Beauftragung eines Fachbetriebes ein Angebot inklusive aller Kosten und Arbeitsschritte erstellen.

7. Welche Probleme gibt es beim Abschleifen von Dielenböden?

Nicht ohne Grund empfehlen wir unerfahrenen Heimwerkern, die Renovierung von Dielenböden einem Profi zu überlassen. Es gibt nämlich einige Gefahrenquellen. Profis kennen diese Probleme, versierte Do-it-yourselfer umgehen diese folgendermaßen:

7.1 Gelbe Flecken und alter Lack

Bleiben beim Grobschliff Lackreste auf der Oberfläche zurück, haben diese fatale Folgen: Sie verfärben sich beim Überstreichen mit der neuen Versiegelung gelblich, während der Rest im gewünschten Farbton erstrahlt. Das Schwierige ist, die Rückstände vorher zu erkennen. Einem Profi fallen die lediglich angeschliffenen Lackstellen sofort auf, denn sie sind im Gegensatz zu vollständig freigelegtem Holz weißlich – man spricht hier von Weißbruch.

7.2 Gegenüber der Türe beginnen

Frisch aufgetragenen Bodenlack können Sie erst betreten, nachdem er komplett getrocknet ist. Das kann viele Stunde dauern. Starten Sie deshalb mit dem Auftrag der Versiegelung immer gegenüber der Türe, damit Sie jederzeit den Raum verlassen können.

7.3 Wichtig: Zwischenschliff!

Jeder spart gern Zeit und Aufwand, die Renovierung eines Dielenbodens ist aber der falsche Moment. Nach dem ersten Lackauftrag kann ein Zwischenschliff erforderlich sein, und zwar dann, wenn sich nach der Versiegelung Holzfasern aufgestellt haben. Diese müssen entfernt werden, allerdings nicht durch komplettes Abschleifen, sondern durch ein vorsichtiges Anschleifen. Setzen Sie die Schleifmaschine also nicht zu lange auf derselben Stelle ein. An einem Reststück können Sie im Vorfeld ausprobieren, wie das verwendete Holz auf den Lack reagiert und ob ein Zwischenschliff nach dem ersten Auftragen notwendig ist.

8. Fazit Dielenboden abschleifen – Fachbetrieb beauftragen oder selbst aktiv werden?

Nun, diese Frage können wir nicht beantworten, da wir nicht wissen, wie viel Erfahrung und handwerkliches Geschick Sie besitzen. Die Renovierung eines Dielenbodens ist alles andere als ein Kinderspiel. Wir verstehen aber auch, dass Sie Kosten sparen möchten, vor allem, wenn Sie gerne hand- und heimwerkeln. Vielleicht ist ein Kompromiss die Lösung? Delegieren Sie die anspruchsvollen Schleif- und Versiegelungsarbeiten im Zweifel besser an einen Fachbetrieb. Sie können dagegen die Sockelleisten ab- und wieder anmontieren und nach den einzelnen Schleifdurchgängen die Reinigungsarbeiten selbst ausführen. So teilen Sie sich die einzelnen Schritte und reduzieren die Kosten, als wenn der Profi das Projekt ganz allein übernimmt. Und Sie haben die Sicherheit, dass Sie ein einwandfreies Ergebnis bekommen. Schauen Sie dem Fachmann während der Renovierung gut zu – beim nächsten Mal können bringen Sie dann bereits mehr Erfahrung mit und können weitere Arbeiten eigenständig übernehmen.